Burgenverein Schloss Oberstein

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Die Zisterne

Die runde Abdeckung vor dem Eingang schützt eine Regenwasser-Zisterne mit 12.000 Litern Kapazität.

Der alte Eingang

Ein Tunnel verbindet die Eingangshalle mit dem Innenhof des Schlosses. Von dort gelangt man durch ein massives Holztor zu den Resten des Südturms. Seit dem Ausbau des Schlosses im späten 14. Jahrhundert wurde diese Tür durch eine Zugbrücke gesichert. Besucher mussten einen Bohlenweg - acht Meter über dem Abgrund - passieren, bevor sie den Innenhof betreten konnten. Der heutige Zugang zu Schloss Oberstein entstand erst Jahrhunderte später.

Der Außenhof

Der Außenhof erstreckt sich vor dem Eingang zum Schloss. Teilweise ist er mit einer Betonplatte zum Schutz der darunter liegenden Ausgrabungsstätten überdeckt. Ursprünglich war der Außenhof wie der Rest des Schlosses bebaut. Heute wird er zu Veranstaltungen wie dem Theatersommer oder dem Romantischen Weihnachtsmarkt genutzt. In der Nordostecke findet sich der Stumpf eines ehemaligen Burgturmes, des Nordostturms. Von hier aus hat man Zugang zu den Kellermagazinen und zum Grabungsbereich.

Der Eingang

Der heutige Zugang zum Schlossinnern erfolgt über den Eingang, vor dem sich eine sechsstufige Sandsteintreppe erstreckt. Über dem Eingang befindet sich das Allianzwappen, mit dem Wirich IV. seine vornehme Herkunft dokumentierte.

 

 

Der Innenhof

innenhof

Aufgrund der häufigen Umbauten und Erweiterungen in der fast 700-jährigen Geschichte der Burg und des späteren Schlosses Oberstein kann nicht immer rekonstruiert werden, wie einzelne Gebäudetrakte im Lauf der Jahrhunderte ausgesehen haben und wie sie genutzt wurden.

Als gesichert gilt, dass der heutige Innenhof der älteste Teil der Anlage ist. Hier stand um 1330, als die Burg erstmals urkundlich erwähnt wurde, ein einfaches, gut befestigtes Wohngebäude, das noch bis 1855 genutzt wurde.

Der runde Treppenturm dürfte aus dem 15. Jahrhundert datieren. Er führt zum Südost-Flügel, der 1650 wieder aufgebaut wurde, nachdem Teile dieses Trakts ins Tal gestürzt waren.

 

Der Löwenkeller

loewenkeller 5Um längere Belagerungen zu überstehen war es wichtig, über genügend Vorräte zu verfügen. Man brauchte quasi einen vollen Kühlschrank! Doch leider wurde dieser erst 700 Jahre später erfunden. Darum half man sich durch Pökeln (in Salz einlegen) und Räuchern. Die so haltbar gemachten Delikatessen wie Schinken, Würste oder Fische lagerte man im so genannten Löwenkeller. Dort hingen sie an der Decke und wartete darauf, bei einem mittelalterlichen Gelage verzehrt zu werden. Der Löwenkeller befindet sich an der nordwestlichen Spitze des Untergeschosses, unter dem Wilhelm-Wirich Trakt. Er dient heute als Rahmen für zünftige Spießbratengelage.

Der Wappensaal

wappensaalDer größte Saal des Schlosses diente als repräsentativer Ort für Versammlungen und Feste, besonders nachdem Wirich IV. zu Daun-Oberstein die Burg um 1475 zum Schloss umgebaut hatte. Mit dem Tod von Philipp Franz begann der Niedergang des Schlosses, das seit 1624 nur noch von Amtsleuten bewohnt war.

Auch aufgrund eines Schlossbrandes standen nur noch die Mauern, als der Burgenverein um 1990 mit dem Wiederaufbau des Wappensaales begann. Noch aus der Zeit Wirichs IV. jedoch stammt der spätgotische Kamin.

Der Burgenverein zeigt mit der Ausgestaltung dieses Saales die vielfältigen Verbindungen des Geschlechtes Daun-Oberstein zu mächtigen Familien des Reiches auf.

wappenDer Sohn Wirichs IV. war von 1508 bis 1515 Erzbischof von Köln und damit Inhaber eines der höchsten kirchlichen Ämter im Reich, mit dem auch die Kurwürde verbunden war. So wurde Philipp II. zu Daun-Oberstein zu einem der sieben Kurfürsten, die den deutschen König wählen durften. Dafür musste er eine Ahnenprobe ablegen, in der er den Nachweis zu erbringen hatte, dass seine 16 Ururgroßeltern alle von Adel waren. Ihre Wappen sind auf den Konsolensteinen der Balkendecke angebracht.

Gegenüberliegende Konsolen sind mit den Wappen der Familien eines Ehepaares verziert - links des Kamins die Ururgroßväter väterlicherseits, rechts diejenigen mütterlicherseits.

Der Erkerraum

erkerraum 4Bei der Restaurierung des Schlosses fand man im Schutt Kachelscherben mit dem Motiv eines schreitenden Löwen - ihre kunsthandwerkliche Ausführung belegt den Wohnkomfort. Der Burgenverein ließ Kacheln mit dem historischen Motiv brennen und einen Ofen bauen, um einen gemütlichen Raum für Veranstaltungen zu schaffen.

Ursprünglich befand sich hier vermutlich die Haspel für die Zugbrücke. Der angebaute Erker war offen und diente zur Verteidigung des Schlosseingangs.

Durch die Erfahrung aus den Kreuzzügen war es im 14. Jhdt. üblich, den Weg in eine Burg mit Schikanen zu versehen. Ziel dieser Schikanen (wie z. B. Zwinger und Pechnasen) war ein leichtes Abwehren oder Eliminieren von Angreifern. Die bereits beschriebene Variante für den Zugang ins Schloß Oberstein - um den Ostturm über den Felsen, durch den angelegten Brückenturm samt Zwinger - wurde wohl aus diesem Grund gewählt. Der Erkerraum, der über dem ehemaligen Zwinger thront, bot optimale Schießbedingungen durch die kurze, abfallende Schussdistanz. Darum war hier in früheren Tagen wohl eine unbeheizte Waffen- und Rüstkammer untergebracht.

graefin waldeck 1Heute präsentiert sich der Erkerraum als gemütlicher Raum mit Kachelofen und bietet sich für gesellige Zusammenkünfte im kleinen Kreis an. Die Kacheln mit dem schreitenden Löwen sind im übrigen Originalfunden der Ausgrabungen auf Schloß Oberstein nachempfunden. Die Originale datieren auf das frühe 14. Jahrhundert. An der Wand finden wir Portraits der letzten Daun-Obersteiner, Graf Wilhelm Wirich (1613-1683) und seiner Frau Elisabeth, Gräfin von Waldeck (1610-1647) samt ihrem gemeinsamen Sohn Carl Alexander (1643-1669)

Der Buffetraum

Der Buffetraum befindet sich ein halbes Stockwerk oberhalb des Wappensaales. Wahrscheinlich wurde dieser Raum ursprünglich als Küche genutzt. Heute wird er bei Feierlichkeiten im Wappensaal unter Anderem zum Anrichten eines Buffets genutzt.

Der Kultursaal

kulturraum 1Über dem Wappensaal gibt es einen weiteren Saal. Dieser wird heute - im Sinne der vom Burgenverein angestrebten Nutzung von Schloß Oberstein - „Kultursaal“ genannt. Er ist möbliert mit Flügel, Schreibtisch und feudalen Stühlen und bietet eine außergewöhnliche Atmosphäre für eine Hochzeit. Neben den standesamtlichen Trauungen für jedermann (buchbar über das Standesamt Idar-Oberstein) bildet der Raum regelmäßig den adäquaten Rahmen für Konzerte oder Dichterlesungen.

Der heutige Name Kultursaal erinnert aber auch an das hohe Kulturniveau, welches die Bewohner des Schlosses ab dem 15 Jahrhundert pflegten (spätestens ab Wirich IV.). So gab es bereits zu dieser Zeit eine umfangreiche Privatbibliothek im Schloß Oberstein, deren Bestand in die Blankenheimer Schloß-Bibliothek überging. Einige dieser Bücher finden sich heute in wichtigen Bibliotheken in Prag, Köln oder den Niederlanden.

Die Ausstellung

Die Ausstellung soll im neu entstandenen Raum oberhalb des Kultursaals, folgend dem für Schloss Oberstein erstellten musealen Konzept, mit Exponaten aus sieben Jahrhunderten Schlossgeschichte eingerichtet werden.